DGL 2018

10.–14. September 2018

Jahrestagung 2018 der Deutschen

Gesellschaft für Limnologie e.V.

Limnologie am Niederrhein:

Wissen, Wirtschaft, Wege und Wildnis

News

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Tagungsführer

Themenliste

Allgemeine Themen

  • A 1  Ökologie aquatischer Organismen und aquatischer Nahrungsnetze
  • A 2  Stoffflüsse und biogeochemische Prozesse in Stand- und Fließgewässern (C, N, P …)
  • A 3  Mikrobielle und molekulare Ökologie
  • A 4 Biodiversitätsforschung, Taxonomie
  • A 5 Neobiota und invasive Arten
  • A 6  Multiple Stressoren
  • A 7  Gewässerrenaturierung: Maßnahmen, Wiederbesiedlung und Erfolgskontrolle
  • A 8 Flussgebietsmanagement (Wasserrahmenrichtlinie, Gewässerbewertung)
  • A 9 Seen und Talsperren: Ökologie und Management
  • A 10 Auenlandschaften und Feuchtgebiete
  • A 11 Erheblich veränderte Gewässer
  • A 12  Sonstiges

Spezielle Themen

  • S 1 Große Flüsse und Ströme

    Große Fließgewässer bis zum Strom – also in der Regel Gewässer, die in ein Meer münden – sind einerseits „limnologisches Urgestein“ mit einer oft langen Forschungs- und Publikationsgeschichte, die sich in historischen bis aktuellen Monografien widerspiegeln. Andererseits sind es keine leicht zugänglichen limnischen Untersuchungsobjekte. Sie erfordern aufgrund der Größe eigene, oft aufwändige Untersuchungsverfahren. Als Schifffahrtsstraßen unterliegen sie spezifischen Nutzungsansprüchen, die häufig zu intensiven Ausbau- und Unterhaltungsmaßnahmen geführt haben. Ihre longitudinale Erstreckung und Verbindung mit dem marinen Bereich und die Anbindung an die Kanalnetze machen große Flüsse zu Haupt-Einwanderungskorridoren für Neobiota aus allen Organismengruppen. Mit dem Niederrhein vor der Haustür unseres Tagungsortes bietet sich eine eigene Session zu allen relevanten Themenkomplexen an.

     

    Ansprechpartner (angefragt): Hartmut Arndt (Hartmut.Arndt@uni-koeln.de); Jost Borcherding (Jost.Borcherding@uni-koeln.de)

     

  • S 2 Grundwasser, Quellen und andere grundwassergeprägte Lebensräume und ihre Ökosystemleistungen |

          in Verbindung mit dem BMBF Projektverbund „GroundCare“

    Grundwasserökosysteme beherbergen eine bislang wenig erforschte Vielfalt an Mikroorganismen und Metazoen. Neben ihrer Bedeutung als Lebensraum und Refugium, spielen Grundwasserökosysteme (Grundwasser, Quellen und grundwassergeprägte Lebensräume) eine wichtige Rolle für den Menschen, unter anderem als wichtigste Ressource für unser Trinkwasser. Extremwetterereignisse wie Starkregen oder Dürre, Unfälle mit Chemikalien und Stoffeinträge aus der Landwirtschaft, als auch Altablagerungen gefährden vielerorts die Qualität des Grundwassers und somit die unterirdischen Ökosysteme. In den vergangenen 20 Jahren kam es in der Grundwasserökologie zu einer erkennbaren Trendwende hin zu einer deutlich sozioökonomisch orientierten Forschung. Gleichzeitig hat sich die politische Wahrnehmung verändert, weg vom leblosen Rohstoff Grundwasser hin zu einem komplexen unterirdischen Lebensraum, der wichtige Ökosystemleistungen zur Verfügung stellt. Ebenso bieten die Grundwasserlebensgemeinschaften vielversprechende Möglichkeiten für die Umweltbewertung.

     

    In dieser Session werden aktuelle Forschungsergebnisse aus der Grundwasserökologie, sowie der Erforschung von Quellen und grundwassergeprägten Lebensräumen sowie Erfahrungen mit Schutzmaßnahmen und konkreten Anwendungen im Bereich der ökologischen Bewertung von unterirdischen Gewässern vorgestellt. Unter anderem werden ausgewählte Ergebnisse aus dem vom BMBF geförderten Projekteverbund „GroundCare - Grundwasser-Ökosystemleistungen als Grundlage für eine nachhaltige Bewirtschaftung“ präsentiert.

     

    Ansprechpartner: Christian Griebler (griebler@helmholtz-muenchen.de)

     

  • S 3  Kleine und mittelgroße, natürliche und künstliche Standgewässer

    Kleine Standgewässer zum Beispiel in Flussauen (≤1 ha), künstliche Abgrabungsgewässer wie Baggerseen sowie Bade- oder Landschaftsteiche in öffentlichen Anlagen werden aufgrund ihres regional zahlreichen Auftretens und ihrer engen Verzahnung mit der terrestrischen Umwelt zunehmend als bedeutende integrale Bestandteile der Landschaft wahrgenommen. Bedingt durch ihre hohe räumliche und zeitliche Variabilität der hydrologischen Prozesse sind sie wichtige Biodiversitäts-Hotspots, Rückzugsgebiete und Trittsteinbiotope. Zwischen natürlichen und künstlichen Gewässern ergeben sich starke Gemeinsamkeiten, aber auch grundlegende Unterschiede. Menschliche Eingriffe bestimmen – direkt oder indirekt – die Biozönose im künstlichen Gewässer viel stärker als in natürlichen Kleingewässern. Ein umfassendes Verständnis über die komplexen internen Strukturen und Prozesse und deren Interaktionen mit der oftmals agrarisch geprägten terrestrischen Umgebung fehlt bisher. Dieses Wissen ist Voraussetzung, um die Rolle der kleinen Standgewässer in der Landschaft quantifizieren zu können. Aktuell stehen kleine Standgewässer im Fokus verschiedener Forschungsprojekte, die zum Verständnis ihrer Komplexität beitragen wollen. Im Rahmen dieser Session sind Beiträge erwünscht, die den gegenwärtigen Wissensstand zur Biodiversität sowie zur Biogeochemie und zum Management von kleinen und mittelgroßen Standgewässern darlegen.

     

    Ansprechpartner*innen: Udo Kosmac (udokosmac@web.de), Uta Raeder (uta.raeder@tum.de)

     

  • S 4 Ökologie und Bewirtschaftung von Gräben

    Weder in der Limnologie noch im Naturschutz richtete man in der Vergangenheit besonderes Augenmerk auf die Erforschung von Gräben. Diese künstlichen Gewässer, angelegt zur gezielten Steuerung des Wasserhaushaltes, existieren zwar in vielen Regionen in hoher Zahl und erfüllen unterschiedliche Aufgaben, limnologische Studien sind allerdings rar. Entsprechend besteht derzeit kaum die Chance, das Management von Grabensystemen ökologisch auszurichten. Ebenso selten gelingt es, Aussagen über Effekte von Eingriffen oder Belastungen auf profunden Daten zur Ökologie aufzubauen.

    Die Grabenforschung erhielt allerdings in den letzten Jahren ein wenig Aufschwung und eine Reihe von Studien lieferte bereits Hinweise auf die ökologische Bedeutung dieser Systeme. Sie belegten z. B., dass Gräben regional wichtige Refugien für ehemalige Auenarten darstellen, nicht selten eine hohe Biodiversität aufweisen und Tierarten beherbergen, die  relativ enge Bindungen an bestimmte Eigenschaften der Gräben aufweisen.

    Die Initiatoren dieser Session erhoffen sich Beiträge, welche die Vielfalt der regional sehr unterschiedlichen Gräben möglichst breit abbilden. Vorträge und Poster zu neuen Erkenntnissen der Grundlagenforschung sind ebenso willkommen, wie Beiträge, die sich mit dem Grabenmanagement befassen. Dahinter steht auch die Absicht, im Spannungsfeld zwischen Management und Lebensraumfunktion der Gräben zukünftig ökologisch basierte Kompromisse entwickeln zu können.

     

    Ansprechpartnerin: Ellen Kiel (ellen.kiel@uni-oldenburg.de)

     

  • S 5 Gewässer in Bergbaufolgelandschaften: Belastungen und Management

    In mehreren Regionen Deutschlands, z. B. am Niederrhein, in Mitteldeutschland und in der Lausitz, sind in den letzten Jahrzehnten zahlreiche neue Gewässer in Gebieten mit stillgelegten Tagebauen entstanden. Hinzu kommen Senkungsgewässer infolge des Untertagebergbaus von Steinkohle vor allem im Ruhrgebiet. In früher gewässerarmen Gebieten entstehen so neue Seenlandschaften, in anderen Fällen verlieren Fließgewässer ihre natürliche Vorflut und werden häufig aufwändig gepumpt. In vielen dieser Gewässer unterscheiden sich die physikalischen und geochemischen Eigenschaften sowie in der Folge die biologische Besiedlung von denen natürlicher Gewässer. Der Grundwasserwiederanstieg nach dem Bergbau kann zudem die Wasserqualität in natürlichen Fließ- und Standgewässern massiv beeinträchtigen. Die Session soll dazu dienen, die regionale Bedeutung von bergbaubeeinflussten Gewässern aufzuzeigen, neue Erkenntnisse zu deren Limnologie zu präsentieren, aktuelle Probleme zu diskutieren sowie Möglichkeiten der Beeinflussung der Wasserbeschaffenheit bei der Entstehung von Bergbauseen sowie Fließgewässern und beim Management der Gewässer aufzuzeigen.

     

    Ansprechpartner: Dieter Leßmann (lessmann@b-tu.de), Mario Sommerhäuser (mario.sommerhaeuser@eglv.de)

     

  • S 6 Makrophyten in natürlichen, künstlichen und erheblich veränderten Gewässern

    Im Vergleich zu der langen Forschungs- und Anwendungsgeschichte beim Makrozoobenthos kann bei den aquatischen Makrophyten erst auf eine relativ kurze Zeit der wissenschaftlichen und praxisorientierten Beschäftigung zurück geblickt werden. Dabei ist die Bedeutung der mit bloßem Auge sichtbaren Wasserpflanzen wie Armleuchteralgen, Laub- und Lebermoose sowie Gefäßpflanzen (teilweise auch großwüchsige Grün-, Rot- und Braunalgen) zweifellos groß, z. B. als Indikatoren von trophischen oder gewässerstrukturellen Zuständen gemäß Europäischer Wasserrahmenrichtlinie oder als mögliche Beeinträchtigung für verschiedene Freizeitnutzungen (Stichwort Wasserpest). In der Session soll das Thema Makrophyten daher in seiner gesamten Breite behandelt werden. Aquatische Makrophyten sowohl fließender als auch stehender Gewässer, Fragen zu ihrer Bestandsaufnahme, Bewertung und zum Management sind als Themen willkommen.

     

    Ansprechpartner: Klaus van de Weyer (klaus.vdweyer@lanaplan.de)

     

  • S 7 Eutrophierung: Erscheinung, Ursachen und Maßnahmen zur Verminderung

    Die Eutrophierung von Fließgewässern ist eine Folge multipler Einflussfaktoren und führt vielfach zum Verfehlen des „guten ökologischen Zustands / Potenzials“ nach EG-Wasserrahmenrichtlinie. Neben den abiotischen Faktoren wie Nährstoffeintrag und Hydromorphologie sind auch gewässerinterne Prozesse für die Ausprägung von Eutrophierungserscheinungen maßgeblich. In diesem Schwerpunktthema soll die Vielschichtigkeit der Eutrophierungsproblematik in Fließgewässern aufgezeigt werden. Die Ausprägung von Eutrophierung, ihre Einflussfaktoren sowie Ursachenanalysen und abgeleitete Maßnahmen zur Verminderung sollen dargestellt und diskutiert werden.

     

    Ansprechpartnerinnen: Gabriele Eckartz-Vreden (gabriele.eckartz-vreden@lanuv.nrw.de) und Julia Foerster (julia.foerster@lanuv.nrw.de), LANUV NRW

  • S 8 Cyanobakterien in Standgewässern

    Die Konzentration sowie die taxonomische Zusammensetzung des Phytoplanktons sind wichtige Parameter zur Bewertung der Wasserqualität in Standgewässern wie Talsperren oder Seen. Cyanobakterien können durch ihr Potenzial zur Ausbildung von Massenentwicklungen sowie der Fähigkeit zur Bildung von Toxinen die Gewässernutzung stark beeinträchtigen. Die Ursachen dafür sind vielfältig und noch nicht abschließend geklärt.

     

    Ansprechpartnerinnen: Kristin Zoschke (kristin.zoschke@tu-dresden.de), Kerstin Röske

     

     

  • S 9 Aquatische Ökotoxikologie

    Aquatische Ökosysteme sind sowohl durch Chemikaliencocktails als auch durch weitere abiotische und biotische Stressoren geprägt. Die Auswirkungen auf aquatische Artengemeinschaften sind komplex. Diese Session lädt zu Beiträgen aus allen Bereichen der aquatischen Ökotoxikologie ein. Dies umfasst experimentelle Studien (Labor, Mesokosmen, Freiland, Modellierung) zu Verbleib und Wirkung anthropogener Chemikalien als auch Studien zu Kombinationswirkungen mit weiteren Stressoren. Wie die ökotoxikologischen Erkenntnisse aus den Studien zu einem nachhaltigen Schutz aquatischer Systeme beitragen können, soll in dieser Session diskutiert werden. Aktuelle Herausforderungen, mögliche Maßnahmen in Bezug auf Biodiversität und Ökosystemfunktionen sowie Konsequenzen für die Erreichung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie werden ebenso thematisiert.

     

    Ansprechpartner*innen: Nadine Gerner (gerner.nadine@eglv.de), René Gergs (Rene.Gergs@uba.de)

     

  • S 10 Spurenstoffe und Mikroplastik in Binnengewässern

    Spurenstoffe aus Medikamenten, Hormonen oder bestimmten Industriechemikalien (auch Mikroverunreinigungen genannt) sowie Plastik werden als Umweltprobleme zunehmend in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Bei den Spurenstoffen bestehen noch Wissensdefizite zur Wirkung auf die aquatische Lebensweit, gleichzeitig werden jedoch bereits Maßnahmen zu ihrer Reduzierung gefordert. Hierbei geht es um die Einführung einer 4. Reinigungsstufe auf den Kläranlagen, aber auch um die Minimierung an den Quellen der Spurenstoffe, d. h. in Produktion, Verbrauch und Entsorgung. Mikroplastik kann von Organismen aufgenommen werden, mit möglicherweise weitreichenden ökologischen Konsequenzen, bis in den Meeresbereich. Obwohl geschätzt bis zu 80% des marinen Mikroplastiks aus terrestrischen Quellen stammt, stehen wissenschaftliche Arbeiten aus dem limnischen Bereich noch am Anfang, es gibt allerdings Befunde, dass viele Seen und Flüsse Plastikpartikel enthalten und dass limnische Organismen Plastikpartikel und die eventuell damit assoziierten Schadstoffe aufnehmen können. Die Session soll dazu beitragen, einen aktuellen Wissensaustausch zum aktuellen Sachstand sowie Ansätze für weitergehende Forschungen aufzuzeigen.

     

    Ansprechpartnerinnen (angefragt): Friederike Gabel (gabelf@uni-muenster.de), Katrin Wendt (katrin.wendt-potthoff@ufz.de)

     

  • S 11 Gewässerqualität im Spannungsfeld von Wassernutzung und Rohstoffrecycling

            Water Quality in potentially conflicting contexts of water use and recycling of resources

    Wasser wird in Landwirtschaft, Industrie und durch Haushalte vielfältig genutzt. Effiziente Nutzung von Wasser einschließlich der Wiederverwendung von (teil)gereinigtem Abwasser bietet Chancen, Ressourcen effizienter zu nutzen. Das Schließen von Kreisläufen bringt aber auch Risiken mit sich. Nutrienten, Pathogene und Schadstoffe können in die Umwelt gelangen und sich auf die Gewässerqualität auswirken. Bestehende Qualitätsparameter sind möglicherweise nicht ausreichend, um Auswirkungen gut zu beobachten und zu überwachen. Deutsch- und englischsprachige Arbeiten, die aktuelle Entwicklungen und Bewertungen des Themenkomplexes darstellen, sind willkommen.

     

    Water is used in many ways in agriculture, industry and households. Efficient use of water including re-use of (partly) purified wastewater offers opportunities to use resources more efficiently. Closing cycles of matter, however, also involves risks. Nutrients, pathogens and pollutants can enter the environment and have an impact on water quality. Existing quality parameters may not be sufficient to observe and monitor the effects well. Presentations in German or English which present current developments and evaluations of the topic are welcome.

     

    Ansprechpartnerin: Daniela Lud (daniela.lud@hochschule-rhein-waal.de)

     

  • S 12 Hochwasser in Zeiten des Klimawandels und der Verstädterung | in Kooperation mit dem dem HochwasserKompetenzCentrum

    Im Zeichen der mit dem Klimawandel zunehmenden extremen Starkregen- und Hochwasserereignisse ist funktionierendes Hochwasserrisikomanagement belangvoller denn je. Es sind maßgebliche Faktoren, die im Fokus stehen: beispielsweise die zunehmende Verstädterung als besonderes Katastrophenrisiko. Dabei wird die Vielfalt der Ansprüche an die Gestaltung der Städte bei gleichzeitig knapper werdenden Ressourcen und Flächen, weiter steigen. Die Anpassungsmaßnahmen auf der kommunalen Ebene können den potenziell großen Schaden nur mindern, bringen allerdings nicht alleine die Lösung. Sie müssen flankiert werden durch eine umfassende angepasste Risikovorsorge an den Gebäuden selbst. Das geht nicht ohne eine Risikokommunikation mit der Bevölkerung. Wichtig ist bei den zukünftigen Handlungsoptionen neben der Pflege und Optimierung der bestehenden technischen Hochwasserschutzanlagen ganz besonders auch die Schaffung von natürlichem Wasserrückhalt. Ein Schwerpunkt des Hochwasserrisikomanagements liegt daher in der Gewässerrenaturierung und Auenentwicklung. Hier lassen sich die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) verbinden.

     

    Ansprechpartner: Georg Johann (johann.georg@eglv.de)

     

  • S 13 Gütemodellierung zur Vorhersage von Zuständen und zur Analyse von Veränderungen in aquatischen Ökosystemen

    Bei der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie sind pragmatische Instrumente für das Aufzeigen und die Prognose von stofflichen Belastungen der Fließgewässer gefragt, um aufgrund vorgegebener Gewässerschutzziele den Handlungsbedarf zu erkennen und die Auswirkungen von Maßnahmen und Eingriffen zu erfassen. In diesem Zusammenhang können Gewässergütemodelle wirkungsvoll zur Unterstützung wasserwirtschaftlicher Planungsaufgaben eingesetzt werden. Im Zuge der verstärkten immissionsorientierten Gewässerbewirtschaftung eröffnen sich vielseitige Einsatzmöglichkeiten für Gewässergütemodelle. Die Themenbereiche der Wasserrahmenrichtlinie, zu denen die Gewässergütesimulation einen Beitrag leisten kann, sind im Wesentlichen

     

    • Zustandsanalyse, Defizitanalyse,

    • Maßnahmenplanung und -bewertung,

    • Gewässerüberwachung,

    • Öffentlichkeitsarbeit.

     

    Die Zustandsanalyse wird unterstützt durch die Darstellung des aktuellen Belastungszustands und der gewässerökologischen Rahmenbedingungen in einem Fließgewässersystem im räumlichen Kontinuum und bezogen auf unterschiedliche Belastungs-, Klima- und Abflussszenarien. Im Vergleich zum Zielzustand ergeben sich hieraus die Defizite als Ausgangsbasis der Maßnahmenplanung. Im Rahmen der Maßnahmenplanung ist die Gütemodellierung ebenfalls vielseitig einzusetzen. Klassische Anwendungsbereiche sind der Nachweis von Habitatbedingungen zur Erfüllung der ökologischen Ziele nach der Wasserrahmenrichtlinie oder die Prüfung einschlägiger Gewässernutzungen bei gewählten Maßnahmenkombinationen. Nicht zuletzt sei auch die Abschätzung des Verhaltens von Chemikalien (z.B. anthropogene Spurenstoffe) im Gewässer genannt. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit kann die Modellierung der Gewässerbeschaffenheit einen wesentlichen Beitrag leisten, wenn die Fülle der Ergebnisdaten in 2- oder 3-dimensionaler, grafischer Form auf der Grundlage topografischer Karten oder als Film / Video aufbereitet werden.

     

    Ansprechpartner:  Ekkehard Christoffels (ekkehard.christoffels@ibc-ingenieure.com), Andreas Petruck (petruck.andreas@eglv.de)

     

  • S 14 Ökosystemleistungen von Gewässern | in Verbindung mit dem BMBF Projekt RESI und dem RESI Praxisworkshop

    Gewässer und ihre Auen werden auf verschiedenste Weise für öffentliche und private Zwecke in direkter oder indirekter Weise genutzt. Vielerorts ergeben sich daraus Nutzungskonflikte. Das Konzept der Ökosystemleistungen bietet eine Plattform zur Darstellung aller derzeitigen und möglichen Nutzungsmöglichkeiten – einschließlich des Naturschutzes – sowie von deren Interaktionen und kann daher eine wissensbasierte und nachhaltige Entscheidungsfindung unterstützen. In dieser Session werden Arbeiten vorgestellt, die sich konzeptionell oder anhand von Fallbeispielen mit den Ökosystemleistungen von Gewässern oder damit verknüpften Nutzungskonflikten befassen.

     

    Ansprechpartner: Martin Pusch (pusch@igb-berlin.de), Nadine Gerner (gerner.nadine@eglv.de)

     

  • S 15 Partizipation und Umweltbildung im Gewässerschutz

    Renaturierungsmaßnahmen sind oft kosten- und raumaufwändig und die Erfolge für die breite Öffentlichkeit nur schwer nachvollziehbar. Obwohl die Bevölkerung das Vorhandensein von Wasser im Landschaftsbild grundsätzlich als sehr ästhetisch empfindet und als Naherholungsraum schätzt, ist es keineswegs selbstverständlich, dass sich die allgemeine Vorstellung eines naturnahen Gewässers mit den Ansprüchen des von der EG-Wasserrahmenrichtlinie angestrebten „guten ökologischen Zustands“ decken. Partizipation und Umweltbildung im Gewässerschutz sind daher essentiell, um positive Veränderungen (öffentlichkeitswirksam) zu vermitteln und so nachhaltig Akzeptanz und Unterstützung aus der Bevölkerung zu gewinnen. Wie dies gelingen kann soll in dieser Session anhand von aktuellen Forschungsergebnissen, Erfahrungsberichten und Best-Practice-Beispielen diskutiert werden.

     

    Ansprechpartner*innen: Sonja Heldt (heldt.sonja@eglv.de)  und Andreas Martens (martens@ph-karlsruhe.de)

     

  • S 16 Zooplankton in die EU-Wasserrahmenrichtlinie!

    In dieser Session soll anhand von konkreten Beispielen aus dem Gewässerschutz diskutiert werden, warum und wie das Zooplankton einen essentiellen Beitrag für die Gewässerbewertung und das Management leisten kann. Wünschenswert wäre, wenn verschiedene Akteure auf diesem Gebiet, wie auftraggebende BehördenvertreterInnen, zoologisch-tätige Labore und universitäre ForscherInnen, ihre Sicht des Themas darstellen würden. Dabei sollten die besonderen Vorteile des Zooplanktons als Biokomponente im Gewässermonitoring herausgearbeitet werden und inwieweit es Alleinstellungsmerkmale gibt, die das Zooplankton gerade im Rahmen der Untersuchung vielfach gestresster Ökosysteme – von der Eutrophierung über Mikroplastik bis hin zum Klimawandel – unverzichtbar machen. Ich verstehe diese Session als einen Beitrag zur Integration des Zooplanktons in die EU-Wasserrahmenrichtlinie im Zuge der laufenden Revision im Jahr 2019 und als eine Unterstützung der Initiative aus dem Kreis der freiberuflichen, gutachterlich tätigen Limnologen (Download des Aufrufs der Initiative)

     

    Ansprechpartner: Rainer Deneke (info@zooplankton.eu)

     

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