DGL 2018

10.–14. September 2018

Jahrestagung 2018 der Deutschen

Gesellschaft für Limnologie e.V.

Limnologie am Niederrhein:

Wissen, Wirtschaft, Wege und Wildnis

Exkursionen | Freitag, 14.9.2018 bis auf E7

Wir möchten mit unseren Exkursionen zum einen Möglichkeiten bieten, einen Teil der vielfältigen niederrheinischen Landschaft kennen zu lernen, zum anderen korrespondieren einige der Exkursionen mit den aufgerufenen Tagungsthemen. Soweit möglich werden zu den Tagungsinhalten kurze Erläuterungen gegeben.

Wir behalten uns vor, bei Nicht-Zustandekommen einzelner Exkursionen Vorschläge für eine alternative Wahl zu machen. Die angegebenen Kosten dienen der Unkostendeckung für die Busfahrten etc.

Zeitpunkt: Alle Exkursionen (außer E6: Do, 17:00-19:00 Uhr und E7 ) finden am Freitag, den 14. September 2018 statt.

Abfahrtsort: Die Busse für unsere organisierten Exkursionen starten, sofern in den Exkursionsbeschreibungen nicht anders angegeben, an der Bushaltestelle am Campus an der Friedrich-Heinrich-Allee vor Gebäude 4 (gegenüber der Pestalozzischule) ab.

 

  • E 1  Flusslandschaften und Flussmündungen am Niederrhein (u. a. neue Lippe- und Emschermündung)

    Die Region des Niederrheins ist eine vom Wasser geprägte. vielfältige Natur- und Kulturlandschaft. Der Rhein selbst ist aber auch einer der wichtigsten Transportwege Europas, seine Nutzung hat zu vielfältigen Ausbaumaßnahmen geführt, die seine großen Zuflüsse mit beeinträchtigt haben. So hat z. B. die Vertiefung des Rheins durch rückschreitende Erosion zu einer deutlichen Eintiefung vieler Nebengewässer beigetragen und die Mündungen vieler Zuflüsse sind naturfern ausgebaut und nicht barrierefrei angebunden. Seit einigen Jahren tut sich was am Niederrhein: Früher naturfern ausgebaute Mündungsräume an Emscher und Lippe wurden bzw. werden zu naturnahen Auenlandschaften umgestaltet, mit großem Wert für den Natur- wie den Hochwasserschutz.

    Auf rund 2,5 km Länge ist vor der Mündung in den Rhein ein neuer, naturnaher Lippeverlauf entstanden. Die neue Gewässertrasse ist flacher und wesentlich breiter. Ziel der Maßnahme war die Entwicklung einer überflutungsgeprägten Auenlandschaft im Mündungsbereich der Lippe in den Rhein, eine freie Lauf- und Profilentwicklung der Lippe sowie die Bildung mündungsspezifischer Lebensgemeinschaften. Eingebettet ist das Projekt in ein groß angelegtes, in enger Abstimmung mit dem Land Nordrhein-Westfalen entwickeltes Lippeprogramm zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, welches eine naturnahe Entwicklung des gesamten, 220 Kilometer langen Lippelaufs zum Ziel hat. Die Umgestaltung der Lippemündung hat der Lippeverband im Auftrag des Landes NRW gemeinsam mit weiteren Partnern durchgeführt. An der Emschermündung hat im Zuge des Umbaus der Emscher 2014 der Neubau eines neuen, naturnahen Mündungsbereiches begonnen. Zukünftig wird sich hier eine Auenfläche von über 20 Hektar erstrecken. Die neue Mündungsaue soll sich eigendynamisch entwickeln und wird wassergefüllte Mulden, feuchtes Grünland und sich verändernde Flussarme ausbilden. Es entsteht gleichzeitig neuer Retentionsraum für den Rhein, der bei Rhein-Hochwasser überflutet wird.

    Beide Mündungsräume werden besichtigt und begangen, Fachvorträge informieren über die Projekte und die bisherige Entwicklung der neuen Räume.

    Zeitrahmen: 9.00– ca. 15.00 Uhr

    Kosten: 35 Euro (inkl. Busfahrt, Imbiss, Führungen)

    Führung: Sylvia Junghardt (Lippeverband), Mario Sommerhäuser (Emschergenossenschaft)

     

  • E 2 Niederrhein im Fokus: Limnologische Flussstation der Universität zu Köln in Grietherbusch, Rhein-Messstation des Landes NRW in Bimmen (NL-Grenze) und Rekultivierungsabschnitte am Reeser Meer niederländische Grenze

    Mess- und Forschungsstationen sind wichtige Garanten für die Langzeit-Beobachtung von Umweltveränderungen an Ökosystemen wie Fließgewässern und haben meist eine große regionale – und häufig auch internationale – Bedeutung.

    Die in der Rheinaue am Niederrhein bei Rees, nahe der Grenze zu den Niederlanden, gelegene Forschungsstation Grieterbusch der Universität zu Köln ist bei vielen Limnologen-Generationen als wichtiges Exkursions- und Praktikumsziel bekannt und aufgrund seiner idealen Lage im RAMSAR-Vogelschutzgebiet unterer Niederrhein beliebt. Die Station bietet optimale Bedingungen für Exkursionen in die Rheinaue und zu verschiedenen Auengewässern sowie kleinen und größeren Abgrabungsgewässern in der Umgebung. Die ökologischen Forschungsarbeiten konzentrieren sich neben verschiedenen fließgewässerökologischen Themen besonders auf die Fischfauna und hier auf Wanderfische und invasive Arten.

    Die internationale Rhein-Messstation in Bimmen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, ist seit fast 50 Jahren für die kontinuierliche Wasserüberwachung am Rhein zuständig. 1970 nannte sie sich noch Wasserstation Rhein-Nord, 1974 folgte die Dependance auf der niederländischen Seite. Neben hydrologischen Messungen und einer umfassenden chemisch-physikalischen Analytik werden auch Muschel- und Daphinentest eingesetzt.

    Bei einer Bootsfahrt auf dem durch eine Auskiesung entstandenen Reeser Meer werden verschieden alte Rekultivierungsabschnitte angefahren und Monitoringergebnisse vorgestellt. Auf dieser Grundlage und unter der Betrachtung der vielfältigen, geplanten und ungeplanten Folgenutzungen werden die Schwierigkeiten diskutiert, eine gelungene Rekultivierung zu planen und umzusetzen.

    Exkursionsleitung: Jost Borcherding (Universität zu Köln), Thomas Gerke LANUV NRW, Ulrich Werneke (Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V.)

    Zeitrahmen: 9.00– ca. 15.00 Uhr

    Kosten: 30 €

  • E 3  Wo Bäche in zwei Richtungen fließen: Bergbaufolgegewässer im Gebiet der Linksniederrheinischen Entwässerungsgesellschaft (LINEG)

    Gewässer in Bergbaufolgelandschaften können vielfältige Veränderungen hydrologischer, hydraulischer und stofflicher Art aufweisen. Die LINEG erfüllt aufgrund ihres gesetzlichen Auftrags am linken Niederrhein einen großen Teil der wasserwirtschaftlichen Aufgaben. Hierzu gehören neben der Abwasserentsorgung insbesondere die Grundwasserregulierung, die Vorflutsicherung sowie die Unterhaltung und der Betrieb aller Gewässer im Genossenschaftsgebiet. Die ursprüngliche Fließrichtung der LINEG-Gewässer ist zum Rhein bzw. zur Niers ausgerichtet. Durch die Entstehung von Senkungsschwerpunkten mit dem Bau von Pumpanlagen und Rücklaufstrecken ist diese verändert. Die Gewässerorganismen können in den Gewässern nicht mehr auf- und abwärts wandern, um den für sie wichtigen Artenaustausch vorzunehmen. Die für den Niederrhein typischen geringen Fließgeschwindigkeiten gehen in  Teilabschnitten mit einer „Rhitralisierung“ aufgrund unnatürlich hoher Gefälleverhältnisse einher. Die Organismen müssen eine hohe Anpassungsfähigkeit aufweisen, um zu überleben.

     

    Die Aufgabe der Landschaftspflege bei der LINEG umfasst u. a. die Optimierung der Lebensbedingungen für die Tiere und Pflanzen der Gewässer und ihrer Auen. Die ökologische Durchgängigkeit wird durch den Umbau von Sohlabstürzen zu Sohlgleiten, den Bau von Umgehungsgerinnen (bei Vorflutpumpanlagen) und die Aufhebung von langen, unpassierbaren Verrohrungen und Durchlässen erreicht. Durch Aufkauf von Gewässerrandstreifen wird dem Gewässer mehr Raum zu freien Entwicklung gegeben. Im Rahmen der Exkursion werden einige Beispiele für durch Bergbaufolgen veränderte Fließgewässer besichtigt und Maßnahmen zu ihrem Management vorgestellt.

    Die Exkursion enthält einen Mittagsimbiss. Eine Kläranlagenführung kann optional im Anschluss in Anspruch genommen werden.

     

    Führung: LINEG

    Zeitrahmen: 9.00 – ca. 14.00 Uhr

    Kosten: 25 Euro (inkl. Führung und Imbiss)

     

  • E 4 Mit dem Rad unterwegs am Niederrhein: Erkundung des Klosters Kamp und des Klostergartens

          sowie des Naturschutzgebietes Fleuthkuhlen (Radtour)

    Fahrradfreundinnen und –freunde sind herzlich willkommen, von Kamp-Lintfort aus zunächst das nahegelegene ehemalige Zisterzienserkloster Kloster Kamp mit seinen Terrassengärten sowie dem Kräutergarten zu besuchen. Entlang der Issummer Fleuth, die sich gemütlich durch die niederrheinische Landschaft zwischen Kamp-Lintfort und Geldern schlängelt, lässt sich herrlich radeln. Das Naturschutzgebiet Fleuthkuhlen ein Niedermoorkomplex in der Niederung der Issumer Fleuth bietet Gelegenheit, den Niederrhein von seiner wasserreichen Seite kennenzulernen.

     

    Zeitrahmen: 9.00–17.00 Uhr

    Kosten: 15 Euro  (inkl. Führung durch das Naturschutzgebiet Fleuthkuhlen)

    Die Fahrradanmietung ist vor Ort individuell zu bezahlen. Es stehen Trekkingräder zur Verfügung (Tagesmiete: ca. 10 Euro)

    Max. TN Zahl 10 Personen.

  • E 5 Redynamisierung Urdenbacher Altrhein

    Das Natura 2000-Schutzgebiet Urdenbacher Kämpe liegt im Süden von Düsseldorf. Es gehört zu den letzten großen Rheinauen am Niederrhein, die regelmäßig bei Hochwasser überschwemmt werden. Aus Solingen und Hilden kommt der Garather Mühlenbach und fließt in Höhe Düsseldorf-Hellerhof in die Rheinaue. Er folgt ab hier dem Verlauf eines alten römerzeitlichen Rheinbettes. Dort ändert der Bach auch seinen Namen und heißt Urdenbacher Altrhein. In den 1950er Jahren wurde ein Sommerdeich sowie zwei Entwässerungsgräben (Baumberger Graben, Parallelgraben) im Bereich des Altrheins angelegt. Mit dem Deichbau wurde der Urdenbacher Altrhein auf die nördlich gelegene Deichseite verlegt und linienhaft ausgebaut. Das damalige Ziel war es, die angrenzenden Wiesen vor Sommerhochwasser zu schützen. Der Altrhein büßte dadurch jedoch seinen ökologischen Wert ein.

    Zwischen August 2013 und April 2014 wurde der oben beschriebene Deich an zwei Stellen in Höhe Hellerhof und Urdenbach auf jeweils ca. 20 m Länge geöffnet. Die Öffnungen wurden mit Holzbrü-cken überspannt, sodass der Wanderweg wie früher genutzt werden kann. Der Urdenbacher Alt-rhein fließt jetzt auf einer Länge von 2,5 km linksseitig des Deiches im Geländetiefsten im Bereich des bisherigen Baumberger Grabens. Dort wird sich allmählich ein typisches Niederungsfließgewässer entwickeln. Infolge von Gewässerbegradigungen existieren diese ehemals charakteristischen Fließgewässer der Flussauen in ganz Nordrhein-Westfalen bist auf geringste Relikte nicht mehr. Folgende Ziele werden mit der Maßnahme verfolgt:

     

    • Eigendynamische Entwicklung eines naturnahen und leitbildkonformen Kleinen Niederungs-fließgewässers in Fluss- und Stromtälern (Typ 19 der LAWA-Liste) mit sich umlagernden Sand- und Schlammbänken
    • Förderung der FFH-Lebensraumtypen und weiterer auentypischer Lebensräume und Biotoptypen wie: Weichholzaue, Feuchtwiesen, Röhricht, feuchte Hochstaudenfluren und Seg-genriede
    • Förderung auetypischer Tier- und Pflanzenarten, wie Karausche und Quappe, Schilf, Teichrohrsänger, zusätzliche Laichhabitate für Hecht, Schleie und andere Fischarten
    • Verbesserung der Erlebbarkeit der Bachaue für die Naherholung durch Brücken, Furt, Info-tafeln etc.
    • Rückhalt von Hochwasser in der Aue: Schutz der Feuchtgebiete in Trockenzeiten

     

    Durch einen möglichst geringen Eingriff in die Natur soll hier modellhaft für ganz Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus ein hoher ökologischer Nutzen bei vergleichsweise geringem finanziellen Aufwand erreicht werden. Die Entwicklung im frei gefluteten Bereich erfolgt ohne jede Vortrassierung und wird von einer umfassenden Erfolgskontrolle begleitet.

     

    Zeitrahmen: 9.00–14.00 Uhr

    Kosten: 25 Euro

    Führung: Uwe Koenzen

     

     

  • E 6 Begehung des Lehrstollens der Zeche Friedrich-Heinrich

    Für all diejenigen, die die Tagung schon am Donnerstagabend mit einer Wandelexkursion ausklingen lassen möchten, besteht die Möglichkeit, Bergbaugeschichte im ehemaligen Lehrstollen der Zeche Friedrich Heinrich live zu erleben. Im Rahmen einer Führung mit erfahrenen Bergleuten, gibt die Exkursion zum in den  1970er Jahren für die Ausbildung erbauten Lehrstollen die Gelegenheit, sich gemeinsam unter Tage zu begeben und diesen wichtigen Teil der Geschichte Kamp-Lintforts zu erkunden.

     

    Zeitrahmen: Donnerstag 17.00– ca.19.00 h.

    Kosten: 5 Euro (inkl. Führung durch den Arbeitskreis Bergbautradition Kamp-Lintfort, Spenden für den Arbeitskreis sind willkommen).

     

  • E 7 Tauchexkursion

    Die Tauchexkursion wird voraussichtlich in den Niederlanden am Grevelinger Meer stattfinden.

     

    Nähere Informationen ab Mai beim Sprecher des AK-Tauchen Jens Mählmann (Jens.Maehlmann@stfi.de).

     

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